Planspiel Börse

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Voll im Kursrausch“ : Planspiel Börse 2020


Wie es ist, Börsenluft zu schnuppern und dabei noch mit echten, satten Preisgeldern belohnt zu werden, das konnte ich beim diesjährigen Planspiel Börse der Sparkasse Vorderpfalz erfahren.

Beim Börsenspiel der Sparkasse bekommt man 50.000 Euro als virtuelles Startkapital frei zur Verfügung gestellt. Die Aufgabe ist, dieses schnellstmöglich zu vermehren. Das virtuelle Spiel ist nicht nur an deutschen Schulen sondern mittlerweile auch international, jedes Jahr aufs Neue ein großes Highlight.

Die Voraussetzungen für das Event sind immer dieselben: Für die Eröffnung eines virtuellen Kontos (Depot), über das die späteren Transaktionen (Käufe und Verkäufe) getätigt werden, sind 2 bis 6 Teammitglieder aus der gleichen Schule erforderlich. Das Spiel selbst startet jährlich Ende September und dauert bis Anfang Dezember.

Eins vorab: um bei diesem Spiel sehr erfolgreich zu sein und die vordersten Plätze zu belegen, reichen wenige, rein zufällige Aktienkäufe leider nicht aus.

Genaues Abwägen, gründliche Recherchen und eindeutige Absprachen mit Teamkollegen, das alles mit einem kühlen Kopf, so lautet die Erfolgsformel, falls es eine gibt. Klar sollte jedem außerdem sein, dass man als Teilnehmer überhaupt keinen Einfluss auf die Börsenkurse an sich hat, da es sich, wie bereits erwähnt, um virtuelles Geld handelt.

Jedoch nahezu alles, jede noch so kleine Nachricht von einflussreichen Persönlichkeiten, hat direkte Auswirkungen auf die Börsenkurse. Ein Beispiel: Kaum hatte US-Präsident Trump verkündet, die Handelsgespräche mit China wieder aufzunehmen, schnellte der Dax (Index der wertvollsten deutschen Aktienunternehmen) unmittelbar nach oben.

Handelbar sind alle Aktien aus dem Dax und aus dem EuroStoxx 50, ein wichtiger europäischer Börsenindex. Wie bei einer echten Transaktion, fallen auch bei diesem Spiel Kosten an, die vom verfügbaren Kapital abgezogen werden.

Will man unter den Besten platziert sein und seinen selbst bestimmten Gruppennamen in der Rangliste wiederfinden, dann erklärt es sich von selbst, dass man für überdurchschnittlichen Erfolg zwar eine Portion Glück, aber insbesondere eine strategische Herangehensweise benötigt.

Mein Plan bestand darin, das Aktienportfolio zwar zu diversifizieren (Aktienkäufe auf verschiedene Branchen, Risiko wird dadurch gestreut), aber gleichzeitig in volatile Aktien (schwankungsanfällige) zu investieren. Die Aktie beispielsweise von „Tesla Motors“ eignet sich nahezu perfekt als Beispiel für ein hochvolatiles Wertpapier. Dieser Aktienkurs gewann innerhalb von 15 Tagen an sagenhaften 51% Prozent und würde das Spiel noch bis zum aktuellen Zeitpunkt andauern, so hätte sich der Kurswert mehr als verdreifacht (300%)!


Einige würden an diesem Punkt sicherlich einwenden, dass die Aktienkurse könnten stark fallen könnten, jedoch ist genau dies das Prinzip, welches oftmals an der Börse gilt: hohe Volatilität = hohe Gewinnchance, geringe Volatilität = niedrige Gewinnchance.

Gerade in einem Spiel, wo man nur mit virtuellem Geld und nicht mit echtem geschäftig ist, empfiehlt es sich definitiv, auch unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen, wenn man einen der oberen Plätze einnehmen will.

Der von außen betrachtete, scheinbare Zeitaufwand für das Spiel wird – laut vielen Aktionären und auch mir – in keinster Weise als Hürde empfunden. Denn, hat man die ersten Gewinne erzielt, bereitet einem das „Event“ der Sparkasse einen unglaublichen Spaß. Und das Beste dabei: jeder lernt die Prinzipien und Regeln der Börse kennen und ist damit gerüstet, gepaart mit der richtigen Portion Erfahrung und Geschick, in der Realität, echte Kursgewinne einzufahren.

Für mich persönlich war das Planspiel Börse wahrlich eine besondere Erfahrung und ich kann jedem wirklich nur empfehlen, diesen Herbst auf Herr Baumann oder Herr Bewert (haben auch den ein oder anderen Tipp parat) zuzugehen und dann, so wie ich, mit dem Depot voll in Fahrt zu kommen.

Allen, die nun neugierig geworden sind: „Happy Earnings!“

Luca Herrmann


Anmerkung:

Die Realität hat den obenstehenden Bericht längst eingeholt. Denn durch die Wirren des Corona-Virus an den Börsen-Märkten ist der Deutsche Aktien Index (DAX) von Dezember 2019 (ca. 13.000 Punkte) bis März 2020 (ca. 9.500 Punkte) um mehr als ein Viertel (27 %) gefallen.

Die erwähnte Tesla Motors Aktie kostete im Dez. 2019 ca. 300 €, stieg bis Ende Feb. 2020 auf über 800 €, um dann bis Mitte März 2020 auf 500 € zu fallen.

Es geht also leicht auch in eine andere Richtung, nämlich in die Verlustzone.

Wie gut, dass die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler das Börsengeschehen mit virtuellem Geld erfahren konnten. Muss man solche Erfahrungen mit eigenem Geld machen, dann können diese sehr weh tun.

Dr. Martin Baumann


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