Jugend debattiert

Jugend debattiert 2016: Dritter Platz beim Bundesfinale für Alina Eckert
Ein Bericht von unserem Schülersprecher Niklas Müller

Jugend debattiert ist ein bundesweiter Schulwettbewerb, bei dem jedes Jahr 200.000 Schülerinnen und Schüler ihre „Debattierfähigkeit“ unter Beweis stellen. In diesem Jahr hat Alina Eckert, 10. Klasse, Großartiges erreicht und belegte den 3. Platz im Bundesfinale in Berlin. Alina setzte sich zuerst im Regionalentscheid durch, diskutierte sich danach in Mainz durch den Landesentscheid, bis sie letztendlich am 18.06.2016 vor dem Bundespräsidenten in Berlin debattieren durfte.

Ich war als Schülersprecher in Berlin und konnte Alina, da ich letztes Jahr selbst in Berlin debattiert habe, zusätzlich noch unterstützen. Bevor ich von Alinas Debatten berichte, möchte ich erst noch die Form des Wettbewerbes knapp erläutern: Wie schon erwähnt steht bei „Jugend debattiert“ die Debatte im Vordergrund. Eine Debatte setzt sich insgesamt aus 3 Teilen zusammen: Der Eröffnungsrunde, der freien Aussprache und der Schlussrunde. In der Eröffnungsrunde hat jeder Debattant 2 Minuten Zeit, seine Position zu erläutern. In dieser Zeit wird er nicht unterbrochen. In der 12-minütigen freien Aussprache geht es dann richtig zur Sache. Hier gibt es weder eine Rednerreihenfolge noch eine zeitliche Begrenzung eines Arguments. Ziel ist hier, seine Argumente so überzeugend wie möglich zu präsentieren. Die Schlussrunde ist ähnlich wie die Eröffnungsrunde, nur dauert diese nur 1 Minute. Hier darf jeder Redner ein Abschlussstatement abgeben. Nach der Schlussrunde wird die Debatte von einer Jury aus 3 Personen bewertet, die jedem Teilnehmer Punkte in den Kategorien: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft geben.
In einer Debatte treten insgesamt 4 Schülerinnen und Schüler an. Zwei von ihnen vertreten die Pro-Seite, zwei von ihnen vertreten die Contra-Seite. Debattiert wird über eine vorgegeben Streitfrage. Ob man nun Pro oder Contra debattiert, erfährt man jedoch erst kurz vor Debattenbeginn.

Jetzt aber genug zur Theorie, sondern endlich zum spannenden Teil meines Berichtes:

Die Bundesqualifikation und das Bundesfinale 2016

Ich reiste am 16.06. mit 4 ehemaligen Schülern unserer Schule (Louisa Campillo-Lundbeck, Maximilian Bouché, Marc Kowoll und David Thiery) nach Berlin. Am Austragungsort der Bundesqualifikation trafen wir uns mit Herrn Bewert, einem der beiden Jugend-debattiert-Lehrer unserer Schule. Doch wir waren nicht die einzigen Fans von Alina, die sich auf den weiten Weg nach Berlin gemacht haben. Zum Fan-Club gehörten ebenfalls Alinas Eltern, Großeltern, ihr Onkel und eine Schulfreundin. Alina trat in der Altersstufe 1 (Sekundarstufe 1) an. Ihre erste Debatte startete am 17.06. um 10 Uhr und die Streitfrage lautete: „Soll die Anzahl der Pkw pro Privathaushalt auf ein Fahrzeug begrenzt werden?“. Alina vertrat die Position Contra 2, auf der sie sich sehr wohl fühlte.

In der Debatte setzte sich Alina immer wieder durch gute Argumente wie z.B. der persönlichen Freiheit und durch gute Hinterfragung der Pro- Argumentation durch und fand einen guten Einstieg in die Bundesqualifikation. Mit gestärktem Selbstbewusstsein ging sie in ihre zweite Debatte zu dem Thema: „Soll für Minderjährige die Teilnahme an Castingshows verboten werden?“. In dieser Debatte hatte es Alina wirklich mit sehr starken Mitdebattanten zu tun. Sie vertrat die Position Pro 2. Vor allem mit ihrer Partnerin auf Pro 1 hatte sie zu kämpfen, doch sie konnte mit Argumenten wie z.B. der Bloßstellung und somit öffentlichen Demütigung von Kandidaten punkten. Nach der Debatte war Alina zuerst unzufrieden, doch wir konnten sie wieder aufmuntern und als dann die Jury eine sehr gute Rückmeldung gab konnte auch Alina wieder lachen. Danach hieß es warten...

Um 17 Uhr begann erst die Siegerehrung. Wir Mitgereisten und vor allem Alina waren aufgeregt. Die ersten 6 der Bundesqualifikation werden in den „Alumni-Verein“, den Ehemaligenverein von Jugend debattiert, aufgenommen, die ersten 4 würden am nächsten Tag im Finale antreten. Die ersten 5 Namen wurden genannt und nur noch ein Finalticket war zu vergeben. Langsam machte sich eine untragbare Spannung breit. Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben, als Alina als Erstplatzierte der Qualifikation verkündet wurde. Einige Jubelrufe und Freudensprünge blieben bei uns nicht aus. Alina war begeistert und konnte sich zurecht freuen. Sie hatte nämlich schon jetzt Großes vollbracht!

Doch viel Zeit zum Feiern blieb zumindest Alina nicht. Sie musste sich nämlich auf das große Finale vorbereiten. Das Bundesfinale 2016 fand in der Urania Berlin statt und zu den knapp 600 Gästen gehörte auch der Bundespräsident Joachim Gauck. Alina stand also auf der ganz großen Bühne.

Nachdem ich abends mit Alina gesprochen habe, wusste ich bereits, dass sie die Position Pro 2 vertreten wird. 

Das Finalthema lautete: „Soll für den Besitz von Smartphones ein Mindestalter festgeschrieben werden?“

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Das Bundesfinale stand bevor, welches von einer Rede des Bundespräsidenten eröffnet wurde. Danach wurde es für die Teilnehmer der Sek.1 ernst. Alle Teilnehmerinnen, was eine Besonderheit ist, da es erst das zweite reine Mädchenfinale bei Jugend debattiert war, wurden auf die Bühne gerufen. Alina wirkte sehr entspannt. Auch als die Debatte begann, war ihr die Aufregung nicht anzumerken. Alle 4 Debattantinnen tauschten sich auf einem sehr hohen Niveau aus. Sie brachten sowohl die Einschränkung der Erziehung der Eltern, als auch den Schutz der Kinder vor Medien etc.  ein. Es war ein wirkliches Kopf an Kopf rennen, was auch die Jury feststellte. Für mich war nach der Debatte klar, dass es jede Platzierung sein könnte, weil alle sehr gut waren, aber für uns alle war selbstverständlich die Leistung von Alina am Besten. Nach einer wirklich langen Besprechung der Jury wurde das Ergebnis endlich verkündet und Alina belegte den 3. Platz! Eine wirkliche Spitzenleistung, die mit einem großen Applaus belohnt wurde. Bundessiegerin in der Altersstufe 1 wurde ihre Pro-Mitdebattantin Merle Paulig.

Nach der Debatte der Altersstufe 2, bei der Christian König aus Bayern gewann, konnten wir Alina endlich gratulieren und ihren Triumph feiern.

Abschließend bleibt nur noch einmal zu sagen, dass Alina in allen Wettbewerben ein tolle Leistung vollbracht hat und ich ihr im Namen aller Schülerinnen und Schülern vom Niki nur gratulieren kann! 


Jugend debattiert 2016 Landesentscheid
„Das gute Argument ist der Ersatz des Krieges in zivilisierten Zeiten“

Erneuter Erfolg des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums beim Wettbewerb „Jugend debattiert“. Zweiter Platz im Landesfinale. Alina Eckert jetzt beim Bundeswettbewerb im Juni in Berlin. Über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr.

„Das gute Argument ist der Ersatz des Krieges in zivilisierten Zeiten“. Mit diesen Worten betont Kultusstaatssekretär Beckmann die Bedeutung der Debatte und damit des Wettbewerbs „Jugend debattiert“ für die politische Bildung. Über 10.000 Schülerinnen und Schüler haben allein in Rheinland-Pfalz dieses Jahr an dem unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehenden Wettbewerb teilgenommen. Eine davon ist Alina Eckert, 14 Jahre alt und Schülerin der 10. Klasse unseres Gymnasiums. Den Wettbewerb und das nötige Rüstzeug dazu hat sie im Deutschunterricht kennengelernt. Seit nunmehr acht Jahren nimmt das Niki erfolgreich an „Jugend debattiert“ teil und hat bereits mehrfach Teilnehmer zum Bundeswettbewerb nach Berlin entsendet (zuletzt 2015 Niklas Müller).

Dieses Jahr ist es Alina, die ihr Gymnasium vertritt. Zwei Vorrunden sind zu absolvieren. Die erste Debatte beginnt morgens um viertel vor zehn mit der Frage „Soll auch für anerkannte Flüchtlinge eine Wohnsitzauflage eingeführt werden?“ - einem durchaus aktuellen und vor allem anspruchsvollem Thema. Alina ist perfekt vorbereitet. Genfer Flüchtlingskonvention, Grundgesetz, Asylrecht, all das hat sie im Kopf, um stichhaltig dagegen zu argumentieren. In der zweiten Runde ist es an ihr, aus der Debattenfrage „Soll ein Jugendcheck für Gesetzesvorhaben eingeführt werden?“ konkret eine geeignete Maßnahme zu entwickeln und gegen Argumente zu verteidigen. Beide Runden kann sie für sich entscheiden. Sie erreicht in der Vorrunde den höchsten Punktstand im Feld und zieht ins Finale ein. Die nächsten eineinhalb Stunden geht sie ihre Unterlagen durch und betritt um kurz vor 14:00 Uhr die Rednertribüne. „Sollen in Großstädten bei Feinstaub-Alarm Fahrverbote verhängt werden?“ lautet die Streitfrage im Finale. Und Alina ist sich sicher: „Extreme Situationen erfordern extreme Maßnahmen“. Fast im Alleingang pariert sie die Angriffe der Gegenseite. Nach einer endlos scheinenden Beratungszeit der Jury steht das Ergebnis fest: sie erreicht den zweiten Platz und hat sich damit für den Bundesentscheid im Juni in Berlin qualifiziert.

Christian R. Katzer

Alina Eckert erreicht den Landeswettbewerb von „Jugend debattiert“ in Mainz
Alina Eckert (10b) auf zweitem Platz im Regionalfinale in Dahn, Landeswettbewerb im April

Schnell noch ein paar Notizen auf das Blatt geschrieben, dann geht es los. Um kurz nach zehn Uhr startete am vergangenen Donnerstag (25.02.2016) das Regionalfinale „Jugend debattiert“ in der Bibliothek des Schulzentrums Dahn. Vier Jugendliche der Sekundarstufe I streiten über die Frage, ob in Rheinland-Pfalz die verpflichtende Grundschulempfehlung wieder eingeführt werden soll.

Unter den Teilnehmern ist auch Alina Eckert aus der Jahrgangsstufe 10 des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums. Nur wenn man ganz genau hinschaut, sieht man ihr die Anspannung an. Sie argumentiert dagegen; spricht sich also dafür aus, die bestehende Regelung beizubehalten. Welche Position man in diesem Wettbewerb vertritt, wird ausgelost. Wobei es nicht immer von Vorteil sein muss, seine eigene Meinung auch in der Debatte zu vertreten. Manchmal kann es sogar praktischer sein, gegen seine eigene Überzeugung zu argumentieren, da man so mögliche Argumente der Gegenseite bereits erahnen und vorwegnehmen kann. Alina nimmt zum zweiten Mal an „Jugend debattiert“ teil und kennt den Ablauf und die Schwerpunkte genau: „Zu Beginn hat jeder der vier Teilnehmer zwei Minuten Zeit, seine Position darzustellen, danach folgt eine freie Aussprache von 12 Minuten, das ist der eigentliche Kern der Debatte, in einer Schlussrunde von je einer Minute werden dann die Ergebnisse der Debatte reflektiert.“ Alinas Stärke liegt in der freien Aussprache. Betont sachlich weist Sie auf Defizite in der Argumentation der Gegenseite hin, greift immer wieder deren Fehler auf und bringt sie damit aus dem Konzept. Die Strategie geht auf. Nach der Beratung der Jury landet sie auf dem zweiten Platz. Damit hat sie sich für den Landeswettbewerb im April in Mainz qualifiziert. „Natürlich ist das nur eine Art Spiel,“ meint sie „aber teilweise rege ich mich über meine Kontrahenten auf und muss mich dann wirklich zusammenreißen.“ Wenn man sieht, wie souverän und eloquent sie von ihrem Rednerpult aus agiert, kann man das kaum glauben.


Seit acht Jahren ist Sozialkundelehrer Martin Bewert Schulkoordinator für „Jugend debattiert“ am Niki und sieht den Wettbewerb als Bestandteil der politischen Bildung: „Grundvoraussetzung für die Demokratie ist die Freiheit der Rede. Erstes Mittel der Demokratie ist die freie Rede im Widerstreit mit anderen. Und Jugend debattiert ist ein wunderbares Forum, um das einzuüben.“

Text und Bild: C.R.Katzer