Chancen für Mädchen – Chancen für Jungen

Higgs-Teilchen gefunden! – Erfolgreich beim Schülerinnenforschungstag am 11.02.2020 in Heidelberg

Nach einer kurzen Überblicksvorstellung der Universität Heidelberg und besonders des physikalischen Instituts erhielten die Schülerinnen (for girls only!) eine theoretische Einführung zur Frage: „Was ist eigentlich Teilchenphysik?“ und lernten aktuelle Forschungsgebiete kennen („Woraus besteht unser Universum?“). Besonders interessant gestaltete sich die anschließende Vorstellung des Projekts ATLAS im Bereich der experimentellen Teilchenphysik. Durch diesen Teilchendetektor am europäischen Kernforschungszentrum CERN wurde im Jahr 2012 das Higgs-Teilchen nachgewiesen.

Am Nachmittag ging es für die Jungforscherinnen dann zum praktischen Teil über: Sie durften via PC 50 Protonenkollisionen selbst auswerten. Doktoranden, Studenten und Professoren standen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Bei der Zusammenführung der Daten ließ sich feststellen, dass alle Teilnehmerinnen Higgs-Teilchen gefunden hatten. Ein internationaler Austausch im Rahmen einer Videokonferenz mit anderen an den International Masterclasses teilnehmenden Instituten aus Prag, Valencia, Barcelona und Lancaster, bei der die Ergebnisse jeweils vorgestellt wurden, rundete den interessanten Tag im Zeichen der Elementarteilchen ab.

Richtiges „Unifeeling“ kam auf, insbesondere im komfortablen Konferenzraum mit Neckarblick, in dem die Pizza zum Mittag besonders lecker schmeckte. „Eine gute Erfahrung über den Unterricht hinaus“, konstatierten die Nachwuchsforscherinnen Fiona Heidasch und Sophia Maul, die besonders auch die konzentrierte und konstruktive Arbeitsatmosphäre lobten. Eines ist sicher: Auch bei der nächsten Einladung zum naturwissenschaftlichen Forschen werden sich die beiden nicht zweimal bitten lassen!

 

Fiona Heidasch und Sophia Maul (9a), Barbara Matz

„Typisch Jungs“, „typisch Mädels“ – einmal umgekehrt beim Girls‘ Day und Boys‘ Day 2019

Warum geschlechtergetrennte Angebote? Darum. Mädchen lernen anders als Jungs, und: Wo ver­meint­lich jedem alle Türen in Richtung Zukunft offenstehen, gibt es hartnäckige Rollenbilder, die verhindern können, dass Mann/ Frau sich ernsthaft mit den der Rolle wider­sprechenden Berufsbildern auseinandersetzt.

Dies zu durchbrechen ist Ziel des Mädchen-Zukunftstags und des Jungen-Zukunftstags, die in diesem Jahr, am 28. März, auch einige Schüler und Schülerinnen des Niki nutzten.

Die Teilnehmer aus den Klassenstufen 5-10 verschafften sich Einblicke in ganz unter­schied­liche Arbeitsfelder vom Friseur über Zivil- und Katastrophenschutz beim THW bis hin zum Bereich Mobilität (Rhein-Neckar-Verkehrsbetrie­be); beim Offenen Kanal in Speyer durfte eine Teilnehmerin bei der Produktion eines Kurz­spielfilms mitwirken. „Auf einer Intensiv­station durften wir sehen, wie schwer kranke Patien­ten und frisch Operierte nach großen Operationen von Ärzten und Pflegekräften unter gro­ßem apparativem Aufwand intensiv überwacht und therapiert werden“, berichtet ein Schü­ler über seinen Tag im Klinikum Ludwigs­hafen. „Es war ein toller Tag mit vielen tollen, neuen Erlebnissen“, bedankt sich eine Fünftklässlerin beim THW-Team, nachdem sie unter ande­rem einen 10 Tonnen schweren LKW ziehen durfte.

Und, Girls und Boys, wie geht es nun weiter? Das Friseurgewerbe jedenfalls darf sich mög­licher­weise in einigen Jahren auf männlichen Zuwachs freuen: „Ich fand den Tag […] richtig klasse und könnte mir vorstellen, diesen Beruf zu erlernen.“

Im nächsten Jahr finden Girls‘ und Boys‘ Day wieder im Frühjahr, am 26. März, statt.

Cybermentor: Informationsveranstaltung am 28. Mai 2019

„Die Referentin sitzt direkt an der Quelle, sie kann euch Dinge sagen, die wir gar nicht wissen.“ – Wie motiviert man Schülerinnen der Klassenstufen 8 bis 11, nach einer schulinternen Information vom August 2018 nun im Mai 2019 noch einmal hinzugehen?

Offenbar hat es sich gelohnt, mit Frau Ziehe eine Mitarbeiterin der Cybermentor-Zentrale aus Regensburg ins Niki einzuladen: Etliche Schülerinnen waren erschienen, um sich in zwei altersbezogenen Runden zu informieren. Zu Beginn hob die stellvertretende Schulleiterin Frau Metzel die Bedeutung der Mädchenförderung und speziell dieses Projekts im MINT-Bereich hervor und dankte Frau Ziehe für ihren Einsatz.

Was ist Cybermentor?

Das Programm läuft alle drei Monate neu an. Jede Schülerin, die in das Programm aufgenommen wird, erhält eine Mentorin, mit der sie etwa eine halbe Stunde pro Woche kommuniziert. Das Projekt läuft ein Jahr, kann aber verlängert oder später wieder aufgegriffen werden. Die Mentorin arbeitet oder studiert im MINT-Bereich. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik.                     

Zurück zur Informationsveranstaltung: Tesla – Edison – Galilei – Einstein – Hawking: Lauter berühmte Wissenschaftler oder Erfinder, die Naturwissenschaft und Technik vorangebracht haben. Aber: Alle waren Männer. „Kennt ihr auch berühmte Frauen aus den Naturwissenschaften?“, folgte als naheliegende Frage. Ja, Marie Curie wurde genannt. Aber warum nur sie? Immerhin konnten einige Mädchen der älteren Gruppe über Leben und Schicksal der Lise Meitner berichten. Mit Dava Newman, Jane Goodall und Mayim Bialik – den anwesenden Schülerinnen teilweise bekannt – konnte Frau Ziehe weitere Frauen vorstellen, die MINT bereichert haben. Die Game-Designerin Maike kannte dagegen niemand: Sie ist Mentorin bei Cybermentor und betreut die Schülerin Lena, die einmal an einer weltweiten Blockbuster-Produktion als Game-Designerin mitwirken möchte.

Wenn bei Cybermentor eine Bewerbung eingeht, wird ein Mentorin gesucht, die möglichst passgenau das Profil der Schülerin trifft. Interessant war auch zu erfahren, dass die Zusammenarbeit zwischen der Schülerin und ihrer Mentorin in vier Quartale mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufgeteilt ist; Abwechslung ist Teil des Konzepts.

Einige der anwesenden Schülerinnen sind im Laufe des Schuljahrs bei Cybermentor eingestiegen. Sie konnten von ihren Erfahrungen berichten und – was am wichtigsten ist – weitere Mitschülerinnen motivieren, sich um einen Platz bei Cybermentor zu bewerben.

Wir werden diese Arbeit regelmäßig fortsetzen.

 

Thomas Kern

###