Kursausflug in die „Badische Anilin-& Soda-Fabrik“

Schule kulturell

Der Chemiekurs von Herr Baumann hatte die Möglichkeit am 8. März (2019) die BASF in
Ludwigshafen am Rhein zu besuchen. Wir trafen uns morgens am Besucherzentrum der
„Badischen Anilin-& Soda-Fabrik“ und erhielten zuerst die Eintrittskarten und den
Besucherausweis für den Aufenthalt an diesem Tag. Nach der Begrüßung durch den
Mitarbeiter Dr. Thil Lucien und dem Einführungsfilm über die BASF, in dem vor allem die
Fabrik vorgestellt wurde und Grundfakten über diese genannt wurde, begann der erste Teil
der Führung durch die BASF. Die BASF ist der größte Industriekomplex der Welt mit
115.490 Mitarbeitern, die in mehr als 80 Ländern beschäftigt sind.
Der erste Teil der Führung war im Besucherzentrum selbst und beschäftigte sich mit
verschiedenen Themen, die auf die Stockwerke aufgeteilt waren. Im ersten Stockwerk
befindet sich die Begrüßungsebene, in der auch wir die erste Begrüßung hatten und eine
kleine Einführung über den weiteren Tag erhielten.
Zugleich wurde uns hier die BASF durch alltägliche Themen vertrauter gemacht und uns
gezeigt, in welchem Bereich des Alltages wir Chemie verwenden. Auf diesem Stockwerk
wurde uns bewusst, dass jeder Chemie oder chemische Substanzen täglich verwendet. Durch
die Sinnesorgane eines Menschen können wir Dinge wie die Farben der Natur aufnehmen.
Genau diese Farben bzw. den Farbstoff kann die BASF durch chemischen Prozesse herstellen
und schenkt uns die heutige Farbvielfalt, die früher begrenzt war. Zudem befanden sich alle
Elemente aus dem Periodensystem der Welt gut geschützt auf diesem Stockwerk über die
man die Grundfakten der einzelnen Elemente ermitteln konnte. Am Ende erklärte uns unser
Tourguide auch noch, dass die BASF keine ganz fertigen Endprodukte herstellt, sondern nur
die Stoffe, welche dann für das Endprodukt genutzt werden, wie z.B. das Menthol für die
Zahnpasta.
Auf der zweiten Ebene erfuhren wir mehr über die Geschichte der BASF, die 1865 gegründet
wurde. Der Hauptgründer war Herr Engelhorn, der herausfand, dass man aus Teer gefärbte
Substanzen herstellen kann. Mit anderen fortschrittlichen Chemikern gründete er die
„Badische Anilin-& Soda-Fabrik“ um Farbstoffe herzustellen - wie z.B. Indigo Naturstoff aus
China oder das Methylblau. 1913 wurde der erste Reaktor in Betrieb genommen und in den
80er Jahren wurden zum ersten Mal Vitamine, wie Vitamin B2, synthetisch hergestellt (1987).
Auf dem nächsten Stockwerk ging es um die Wertschöpfung der BASF und die
Rohstoffverarbeitung. Der Weg zum Endprodukt beginnt meist in der Verarbeitung von
Basisrohstoffen wie Naphtha, Erdgas und Salze. Durch chemische Umwandlung entsteht
daraus eine kleine Zahl von Grundchemikalien, die als Bausteine in den Fabriken der BASF
in mehreren Schritten zu Tausenden von hochwertigen Produkten verarbeitet werden. Diese
Veredelungen nennt man Wertschöpfungsketten. Die Schonung von Ressourcen und Umwelt
ist ein wichtiger Aspekt der Wertschöpfung der Fabrik. Der Steamcracker ist die zentrale
Anlage eines Verbundstandorts.
Die verschiedenen Steamcrackerprodukte bilden den Ausgangspunkt der weiteren
Veredelungsschritte. Die gasförmigen Kohlenwasserstoffe Ethylen und Propylen gehören zu
den wichtigsten Molekülen in der chemischen Industrie. Sie sind Vorprodukte für Kunststoffe,
Wasch und Lösemittel, Wachse, Pflanzenschutzmittel, Lacke und vieles mehr.
Auf der letzten Ebene haben wir nochmal die ganze BASF im Überblick gesehen, sowie eine
Ausstellung mit verschiedenen Themenbereichen in Gesundheit, Ernährung, Lifestyle, Sport
und Mobilität.
Bevor wir den zweiten Teil, die Werkrundfahrt durch die BASF, begonnen haben, schauten
wir uns noch einen Film über die Sicherheitsvorkehrungen an, welche während der Fahrt
durch den Außenbereich eingehalten werden müssen, damit nichts passieren kann. Nach
Einkleidung mit den Schutzmaßnahmen, wie Schutzbrille, Jacke, Helm und Ohrstöpsel,
konnten wir mit dem Bus durch das Außengelände der Fabrik fahren. Währenddessen
erklärte uns der Guide immer genau wo wir uns befanden und was hier hergestellt wird. In
diesem extrem großen Gelände kamen wir vorbei an der Pigmentsynthese, die
wasserunlösliche Pigmente herstellt, in dem Feststoffe mit Kunststoffen gemischt werden.
Zudem sahen wir die Chloralkalielektolyse, die PolyTHF Fabrik, die Hydrosulfit Fabrik sowie
die Acrylsäure Anlage, in der aus Propen im Steamcracker durch Oxidation dann Acrylsäure
entsteht. Auch die neue TDI- Anlage konnten wir sehen, die am Tag 1000 Tonnen
Polyurethan-Schäume (als Endprodukt) produziert.
Auffällig war außerdem noch, dass die Straßen im Gelände nach Stoffen benannt sind,
Beispiele hier für waren die Sodastraße, Anilinstraße und die Ammoniakstraße. Zum Schluss
haben wir uns die Ammoniaksynthese noch live angeschaut und dazu Erklärungen über den
Vorgang bekommen. Beeindruckend war hier die unglaubliche Größe der ganzen Anlage und
der einzelnen Reaktoren sowie Leitungsrohren.
Am Ende haben wir noch etwas über die Verbrennungsanlage erfahren, bei welcher primär
Wärme zurückgewonnen wird.
Abschließend lässt sich über die Exkursion nur Positives sagen, da man viele neue
Informationen erhalten hat und das ganze Konzept des BASF besser kennenlernen konnte,
sowie dass die Sicherheit bei der BASF an erster Stelle steht. Nach dem Aufenthalt haben wir
unsere Besucherausweise wieder abgegeben und sind alle gemeinsam nach Hause gefahren.


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